Have any questions?
+44 1234 567 890
10 Jahre UNESCO-Titel: Was den Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen so besonders macht
Seit nunmehr zehn Jahren trägt der Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen (HBLO) einen UNESCO-Titel. Am 18. September 2025 würdigen die beiden Trägervereine des Geoparks, der HARZVERBAND e.V. und der Trägerverein Braunschweiger Land – Ostfalen, das Jubiläum im Rahmen eines feierlichen Empfangs im UNESCO Weltkulturerbe Rammelsberg in Goslar.
Fenster in die Erdgeschichte
Wer das Wort „Geopark“ hört, denkt vielleicht an einen umzäunten Park voller Steine. Doch das ist ein Irrtum. Geoparks sind keine Schutzgebiete im klassischen Sinn und auch keine reinen Geologie-Museen unter freiem Himmel. Vielmehr handelt es sich um klar abgegrenzte Regionen, in denen die Erdgeschichte an zahlreichen Orten – sogenannten Geotopen – sichtbar und erlebbar wird. Im UNESCO Global Geopark HBLO werden diese Geotope zu „Geopunkten“ erklärt und mit einem praktischen System versehen, damit Besucherinnen und Besucher sich im zweitgrößten Geopark der Welt orientieren können. Wer beispielsweise auf dem Brockengipfel steht, blickt nicht nur über den gesamten Harz, sondern auch auf ein Landschaftsrelikt, das in der Eiszeit geformt wurde.
„Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt“
Am Kalksteinbruch in Königslutter wiederum lassen sich Spuren eines tropischen Flachmeeres aus der Zeit der Dinosaurier entdecken. Und in Schöningen führen die Geopunkte an jene Stelle, an der die weltberühmten 300.000 Jahre alten Schöninger Speere gefunden wurden – die ältesten Jagdwaffen der Menschheit.
„Im Geopark geht es jedoch nicht nur um beeindruckende Geologie. Bei Geoparks handelt es sich auch um Regionen, in denen sich die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt aufzeigen lassen.“, weiß Esther Czymoch, Leiterin des Fachbereichs Geopark in der Geschäftsstelle des HARZVERBANDs in Quedlinburg. „Der Mensch hängt von der Natur und ihren Rohstoffen ab. Die kulturelle Entwicklung der Harzregion wäre ohne die geologischen Gegebenheiten anders verlaufen. Gerade deswegen war die Region prädestiniert für die Entwicklung eines Geoparks.“
Mehr als nur Steine
Der Geopark verbindet Natur, Wissenschaft und Kultur über Ländergrenzen hinweg. Er ist Schaufenster der Erdgeschichte, touristisches Ziel, Bildungsstätte und zugleich Modellregion für nachhaltige Entwicklung. Geoparks verfolgen drei große Ziele: den Schutz des geologischen Erbes, die Bildung für nachhaltige Entwicklung und die Förderung der Regionalentwicklung, stets unter Einbeziehung der Bevölkerung.
„Unser Geopark vernetzt und unterstützt regionale Akteure, die in den Bereichen Natur, Geologie, Geschichte und Kultur Bildungs- und Freizeitangebote machen“, erklärt Henning Zellmer, Leiter der Geschäftsstelle in Königslutter. „Im Kern geht es um eine nachhaltige Entwicklung unserer Region im Sinne ihrer Bewohner und ihrer Gäste.“
Ein starkes Netzwerk
Der Geopark HBLO entstand 2002 aus einer Kooperation zweier Vereine: dem damaligen Regionalverband Harz (jetzt HARZVERBAND e.V.) und dem Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen. Seit 2004 wird er von einer gemeinsamen Gesellschaft getragen. 2005 erhielt die Region die internationale Anerkennung als Mitglied im Global Geoparks Network – bestätigt durch die UNESCO in Paris. Heute gehört der Geopark zu einem weltweiten Netzwerk von über 200 UNESCO-Geoparks.
Strenge Qualitätskontrolle
Der Titel „UNESCO Global Geopark“ ist nicht auf Dauer verliehen. Alle vier Jahre prüfen internationale Expertinnen und Experten, ob die hohen Standards noch erfüllt werden. Vom 30. Juni bis 4. Juli 2025 reisten dafür Fachleute aus Spanien und China durch den Geopark und begutachteten ausgewählte Orte. Ihre Einschätzung entscheidet darüber, ob der Geopark HBLO den Titel für weitere vier Jahre führen darf. Mit einem Ergebnis wird Ende des Jahres gerechnet.